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Der Kommentar aus der Hauptstadt
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Über den Umgang mit der Deutschen Sprache

Für viele Bewahrer der Deutschen Sprache wird in den Anglizismen ein Feindbild geschaffen, durch deren bloßer Übersetzung man eine Sprachreinigung zu vollziehen glaubt.  Doch die Probleme des heutigen Umgangs liegen in tieferen Schichten.

Die Deutsche Sprache gehört nämlich zu denen, die aus anderen Wörter und Begriffe übernehmen kann, wenn diese den Verweis zum Bedeutungsträger erleichtern oder wenn diese ein Wort zur rechten Zeit einstellen, wo immer auch Begriffe fehlen.  Auch in unserem Sprachgebrauch sind viele Wörter so eingebürgert, dass sie unsere Sprache bereichern. Eine vollkommene Germanisierung der Sprache kann daher nicht verwirklicht werden.

Wozu soll man dann eine prinzipielle Ablehnung gegenüber Anglizismen haben? Wie kann man Wörter wie "flash" oder "gloomy" kurz in unsere Sprache sinngemäß übertragen?

Das Grundübel liegt nicht  in der Verwendung von Kunst- und Fremdwörtern an sich, sondern in ihrer Unterwanderung der Sprache. Dazu gehört zum einen der orientalische Unterschichtendialekt, der aus wenigen Worthülsen wie "ey krass alder" oder "isch f*** deine mutter" jegliche zwischenmenschliche Kommunikation vergewaltigt, zum anderen ein aufgeblasener Universitätsjargon, der sich vor allen in geisteswissenschaftlichen Fakultäten breitmacht, und zu guter Letzt die modische, subkulturelle Benutzung der besagten Anglizismen.

Zum ersten erübrigt sich jeglicher weitere Kommentar.  Zum zweiten sei angemerkt, dass wir ein breites Spektrum an "Methodenpluralismus" in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten haben. Es gibt viele z.B. literaturtheoretische Werke, die Kunst- und Fremdwörter aneinanderreihen und nach deren Lektüre man sich ernsthaft fragt: Hätte man diese seitenlange Abhandlung nicht auch auf wenige Zeilen reduzieren können. Muss man unbedingt auf dem breite Schlachtfeld des Begriffsfetischismus so ausdehnen, dass man am Ende vom bloßen Text absieht und man zu dem Ergebnis gelangt, dass dieser Text a) sozialkritisch und b) überhaupt nicht auslegbar ist.

Und zum dritten sollte angefügt werden, dass eine geringe Anzahl von Anglizismen die Deutsche Sprache nicht gefährdet. Es wird erst dann kritisch, wenn diese Wortlaute  einfache und ersetzbare Begriffe verdrängen und wenn sie verwendet werden, ohne dass der Benutzer den Bedeutungsträger kennt. Im SPIEGEL war vor einigen Jahren ein amüsanter Kommentar zu dem Thema niedergeschrieben. Dass Leute Sätze wie "stimulate your sense" falschverstehen,  lässt ein Grinsen nicht vermeiden. Nach meinen Beobachtungen werden die pentrierenden Anglizismen weniger in der Jugendsprache - außer in subkulturellen Unterschichts-"gangsta"-Soziolekten - benutzt als viel mehr in der Wirtschaftssprache, die den liberalen Globalisierungskult so betonen will.

Als Empfehlung sei angemerkt, dass das Wesen der Sprache darin bestehen soll, dass sie klar und verständlich ist. Damit sollen keine, sich auf wenige - umgangssprache - Wendungen sich beschränkende Wortschätze gemeint sein, sondern man sollte sich als Sprecher darum bemühen, dass man Botschaften gut und deutlich vermitteln kann. Damit sind auch formale Aspekte gemeint. Man sollte ein Gefühl für die Melodie der Sprache bekommen, rhetorische Mittel möglichst unbewusst einfließen lässt und so eine Schönheit erzeugt. Darin besteht z.B. die Kunst der Eichendorff'schen Dichtung, dass er eine Komposition mit einfachen und verständlichen Mitteln schaffen konnte.

herzl. Grüße,
AgapeXI
15.2.07 13:15


Apocalypse 45 - Bombenangriff auf Dresden

Am heutigen Tag wiederholt sich der 62. Jahrestag des Bombardements der als Elbflorenz bekannten deutschen Stadt. Er gehört zu den erinnerungswürdigen Tagen, den in diesem Tag fand eine hohe Anzahl von Deutschen in den besagten Bombennächten ihren Tod. Wie kein anderer erinnerungswürdiger Tag wirdder 13. und 14. Februar zum Politikum verklärt. Auf der rechten Seite findet eine einseitige Gedenkveranstaltung statt, die den Bombenterror losgelöst vom "Coventrieren", den V1- Raketen und der Inbrandsetzung von Rotterdams und Warschaus betracten, von der linken, verabscheuungswürdigen Seite, zu denen die selbsternannten Volksverräter namens "Antideutsche" gehören, wird dieses Ereignis gefeiert (wozu sie einen Schlag auf die Fresse verdient haben, um weiteren oralen Müll zu unterbinden!!!) und von bundesrepublikanischer Seite wird das Ereignis mit dem kausalen Nexus, dem Verweis auf die deutsche Schuld, relativiert.

Die Wahrheit steht jedoch in der Mitte. Fest steht, dass der Bombenangriff auf Dresden sich vornehmlich gegen die Zivilbevölkerung richtete. Militärische Ziele wurden außen vor gelassen. Dresden war im angesichts der Kapitulation keine kriegsentscheidende Festung mehr, sondern lediglich ein Treffpunkt für Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten. Die von den Briten intendierte Demoralisierung der deutschen Bevölkerung konnte nicht erreicht werden; im Gegenteil wurde die Bombardierung von der Goebbel'schen Propaganda zum Durchhalte-Politikum verklärt. Angesichts eines solchen Handels kann diese Bombardierung als Verbrechen und Vorspann für  den Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki angesehen werden.

WIR GEDENKEN!

AgapeXI (Berlin, 14. Februar 2007)

15.2.07 02:30


Forgotten Tomb - Negative Megalomania (2007)

Obwohl wir das Jahr 2007 in musikalischer Hinsicht erst mit dem Erscheinen des SHINING-Tonträgers Halmstad am 2.3. beginnen lassen wollten, können wir getrost jetzt schon die schwarzmetallischen Neujahrsraketen auf das Menschengeschlecht richten.

Denn die italienischen Spielleute um den Herrn Morbid, die sich zeitgleich mit SHINING dem suizidalen Schwarzmetall-Stil zuwendeten, ließen eine neue eigenwillige Komposition erscheinen, der sie den Titel Negative Megalomania gaben. Ob diese Scheibe die gute Kritik der musikalischen Weiterentwicklung verdient, bleibt offen. Fest steht, dass sich die Künstler auf ihrem fünfsätzigen, als Dark Metal bezeichnetem Werk sich klangkünstlerisch anders orientieren. So stellt die Negative Megalomania eine Symbiose aus Doom Metal und Black Metal dar, die sich noch ganz dem suizidalen Ideal verpflichtet fühlt. Doch an einigen Stellen wird der Zuhörer mit gesanglichen Untermalungen konfrontiert, die man jedoch aus ihrer inneren Konsequenz heraus begreifen sollte.

Begreift man die fünf, zehnminütigen Lieder als eine Spur, so kann man sie folgendermaßen beschreiben: Zu Beginn strömen mit "A dish best served cold" viele bracchiale Klänge ein. Der allseits bekannte und beliebte Schmerzensschreigesang unterstreicht die schwermütige Atmosphäre. Doch zugleich findet dem Stück eine melancholisch-melodiöse Zäsur statt, die im gesteigerten Maße in "No Rehab (Final Exit)" als Leitmotiv wieder auftaucht. Während die meisten Tonkünste des Suicidal Black Metal von mir als kathartische Momente empfunden werden, so kann man die monotone, sich wiederholende ambiente Musik als unterschwelligen Aufruf zur letzten Konsequenz ansehen. Doch glücklicherweise fungieren diese Töne nur als Einleitung für einen schweren Gesang, der von einigen Schmerzensschreien untermalt wird. Gut gesetzt klingt auch das Lied, was dem Album seinen Namen gab. Zehn Minuten, die von ordentlichen Schreien belegt werden, sorgen fürdie  intendierte Stimmung, auch wenn der nicht gekreischte Gesang für Ohren, die hauptsächlich kreischenden Stimmen lauschen, als gewöhnungsbedürftig und schon fast frevlerisch. Gesteigert wird dies durch das folgende Lied Scapegoat. Doch im Schlussakt Blood and Concrete erhält man dann den gewünschten Ausklang.

Zusammengefasst kann man diese Dark-Metal-Scheibe als positiv bewerten. Durch sie fühle ich mich stark an die guten alten KATATONIA- Scheiben erinnert; doch die musikalische Singularität von Forgotten Tomb bleibt doch noch bestehen.

AgapeXI (Berlin, 10. Februar 2007)

10.2.07 14:24


Thesen über Toleranz

1. "Toleranz" an sich ist nichts weiter als eine inhaltslose Worthülse. Angenommen, Toleranz wäre ein absoluter (losgelöster) Begriff, dann würde sie letztendlich an einem Punkt ankommen, wo sie auch das Nicht-Dulden einschliessen müsste. Doch da es von diesen grenzenlosen Toleranzspackos - Menschlichkeit sei Dank - kaum ein Exemplar anzutreffen ist, so mündet die losgelöste Duldung in einem Widerspruch "Keine Toleranz den Feinden der Toleranz". Dier Toleranz schlägt in ihr Gegenteil um und wird somit zur Totalität.


2. Auch sprachlich kann man den Toleranzbegriff nicht losgelöst von etwas betrachten. Reine Toleranz (=Ertragen) wäre nichtig, weil es NICHTS zum Dulden gibt. So duldet man ETWAS oder WEN, was man nicht dulden muss.

3. Etwas er-tragen bedeutet auch, etwas in einer Form auf sich zu nehmen, was per se als Last erscheint, also dass, was man nicht ansonsten bereit ist, zu ertragen. Als in Österreich zum Zeitalter des Aufgeklärten Absolutismus die Protestanten geduldet wurden, so war dies eine frewilige Einschränkung der Katholischen Staatskirche.

4. Somit zieht Duldung einen Bezug mit sich. Toleranz kann nur dann sein, wenn sie auf ein ganz bestimmtes Bezugssystem definiert ist (nennen wir es das GESETZ). Man kann z.B. nur das dulden, was mit dem Gesetz in Einklang steht.

5. Heutzutage scheint Toleranz zur Totalität verklärt worden zu sein, da es als losgelöster Begriff zum Schlagwort für eine Gesinnung geworden ist, die die Duldung zum Gesetz verklärt und sich somitaufhebt (siehe Widerspruch 1)

6. Toleranz sollte somit ein wohldefinierte Freiheit sein, die auch die Intoleranz in sich einschliesst.

8.2.07 01:15





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